Schreibtipps,  Selbstmanagement

#3 Me, Myself & I – Studium, Schreiben & Job

“Wie machst du das eigentlich alles?”

Kommt dir diese Frage auch so bekannt vor? Immer alles im Griff zu haben, grenzt für viele an einer Unmöglichkeit. Denn für die Mehrheit ist das Schreiben nicht Hauptgeldquelle. Stattdessen sind Studium und Nebenjob, die Ausbildung, Schule oder der Hauptberuf Priorität. Und dazu hat man noch ein Privatleben und andere Verpflichtungen. Wo soll da Zeit für das Schreiben bleiben? Denn das schluckt eine Menge davon – und Nerven dazu.

Das alles unter einen Hut zu bekommen ist nicht einfach, aber definitv machbar. Als erstes:

 

 

Denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und dabei ist dein Kalender dein bester Freund. In meinem haben die verschiedenen Kategorien verschiedene Farben. Privat ist pink, Uni ist lila, Schreiben ist blau, der Job ist gelb usw. Und das wird Woche für Woche alles geplant und eingepflegt. Dabei stelle dir folgende Fragen:

  1. Was hat diese Woche Priorität? Was kann warten, was muss in jedem Fall erledigt werden?
  2. Wie viel Zeit kann diese Woche ins Schreiben/Studium etc. investiert werden?
  3. Wann bist du für was am produktivsten? Bist du gerade eher abends im Schreibfluss? Kannst du morgens früher aufstehen, um zu lernen? Was kannst du besser unter der Woche, was besser am Wochenende bewerkstelligen?

Reflektiere diese Fragen möglichst ehrlich und realistisch, denn wenn du dir am Ende vollkommen utopische Ziele/Zeiten setzt, dann wirst du am Ende nur enttäuscht und demotiviert sein. Zudem sollte bei deinem Zeitmanagement nichts kürzer treten, aber es darf auch nichts unter dem anderen leiden. Schwierig, ich weiß. Denn manchmal schreibt man lieber eine Szene, die einem im Kopf rumgeistert, als eine Hausarbeit zu schreiben, zu lernen, den Haushalt zu schmeißen oder anderes. Das Schreiben ist für mich essenziel und ich würde es niemals aufgeben, dennoch ist mein Masterstudium Priorität, denn das wird mir später ein Haus, einen Garten, einen begehbaren Kleiderschrank, eine Bibliothek, eine einsame Insel – sorry, kurz geträumt – ermöglichen. Mal abgesehen davon liebe ich mein Studium, durch das ich hoffentlich meinen Traumjob ergattere. Natürlich stelle ich mir manchmal vor, wie es wäre vom Schreiben zu leben und nur das tun zu können. Und dieser Gedanke ist sehr verlockend, aber gerade keine Option. Prüfungen, Hausarbeiten, Kinder und Meetings lassen sich nicht aufschieben. Aber das Schreiben kann sich dort ganz geschmeidig einfügen. Und wenn du einmal den Dreh raus hast, wird es schnell zur Routine werden. Dass sich in dem Zeitplan mal etwas verschiebt oder nicht ganz funktioniert, kann immer vorkommen. Aber verlorene Zeit kann (in diesem Fall) an einem anderen Tag nachgeholt werden und nicht vergessen, dir dabei wieder die drei Fragen zu stellen.

Ein großer Feind ist die liebe Ablenkung

 

 

Und diese gilt es zu bezwingen, indem man die Kontrolle behält und sich selbst austrickst. Schwer fällt mir das besonders in Prüfungsphasen, denn da fallen einem Dinge ein, die man unbedingt erledigen muss, an die man aber lustigerweise das letzte halbe Jahr nicht einen Gedanken verschwendet hat. Plötzlich wird Putzen zur Leidenschaft, man sollte doch mal wieder ins Fitnessstudio gehen und am schlimmsten ist es, wenn dein Gehirn die Idee für den nächsten Bestseller austüfftelt. Meine Taktik? Ich vermeide es Zuhause zu sein. Stattdessen gehe ich in die Uni oder Bib um zu lernen, suche mir Gesellschaft, in der ich konzentriert meine Aufgaben erledigen kann. Wenn das nicht geht, bleibe ich eben in meiner Wohnung, eliminiere aber alle Ablenkungsquellen (Stecker ziehen, “Verboten”-Post-its, wenn möglich lasse ich meinen Mac ausgeschaltet etc.).

Und weil wir alle Menschen sind, klappt das natürlich nicht immer. Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Hier ein kleines Beispiel: Wir schreiben das Jahr 2018, die Prüfung steht bevor, jegliches Schreiben/Plotten ist eigenmächtig verboten worden und Anna hat nichts anderes im Kopf aaaaals … richtig … ihr nächstes Buchprojekt. Challenge accepted! Das Lernen aufschieben? Keine Option. Konzentriert lernen? Auch keine, da die Gedanken sich selbstständig machen. Blöd gelaufen. Ende der Geschichte! ….

Spaaaß!

 

 

Stattdessen habe ich einen Deal mit dem Teufel gemacht. Also mit meiner Wenigkeit. Denn es gab zwei Möglichkeiten: entweder ich starrte weiterhin stundenlang meine Lernzettel an, ohne irgendeine Information davon aufzunehmen oder ich nutzte das Belohnungs-Prinzip. Wenn ich die nächsten vier Stunden konzentriert lernte, würde ich die Schreibsperre für diesen Abend aufheben. Und es klappte! Ich paukte den Lernstoff durch und danach plottete ich die komplette Story für mein Buchprojekt. Von Anfang bis Ende. Sowohl beim lernen, als auch beim plotten war ich also produktiv (zum Beitrag über das Plotten geht es hier). Und das kannst du auf alle Lebensphasen/ Aufgaben übertragen.

Zum Schluss noch ein paar weitere Tipps:

1. Für das Schreiben, solltest du besonders die Semesterferien/ Schulferien nutzen, denn da hast du – abgesehen vom Nebenjob, wenn du einen hast – nicht so viele Verpflichtungen wie sonst.

2. Ideen kommen immer wann sie wollen – aber manchmal müssen Notizen (oder einzelne Szenen) reichen. Zwischendurch gibt es immer mal ein paar Minuten um sich etwas aufzuschreiben oder eine Sprachnotiz zu machen, denn in #2 Ich kam, ich sah, ich schrieb hast du was gelernt? Richtig! Immer alles notieren! Alles!

3. Punkt 2 ist auf der Arbeit am schwierigsten zu bewältigen, denn da kann man nicht so eben schnell Arbeit Arbeit sein lassen. Nutzt dafür die Pause oder macht euch einen Reminder nach Feierabend alles zu notieren, was einem in den Sinn kam. Und – Hand aufs Herz – kurze stichpunktartige Notizen gehen vielleicht auch während der Arbeit …

 

 

Um das alles zu bewältigen, hat man oft das Gefühl sich dreiteilen zu müssen. Aber das ist es einfach wert. Dazu lass dir zum Schluss eins von einer Optimistin sagen: einmal bitte zum ersten GIF scrollen 🔝