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Leni Wambach – Autoreninterview

Leni Wambach wurde 1997 geboren und lebt noch in ihrem Geburtsort Essen. Derzeit studiert sie Anglistik und Linguistik und belegt Sprachkurse in Italienisch, um eines Tages in ihrer Herzensheimat Italien wohnen zu können. Sie schreibt, seit sie denken kann und taucht am liebsten in fantastische Welten ein – sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben. Wenn sie keines von beidem tut, macht sie Musik oder ist auf einem Pferderücken zu finden.

(Quelle: carlsen.de)

 

Leni und ich haben uns vor wenigen Jahren im Schreibforum “Schreibnacht” kennengelernt und ich durfte ihren Werdegang mitverfolgen. Dass Leni im November 2018 ihren Debütroman “Ein Königreich aus Feuer und Eis” bei Impress veröffentlicht hat, sah ich als grandiose Gelegenheit sie dir mal näher vorzustellen – denn du solltest sie kennen, glaub mir.

Let’s go!

 

Leni, wir legen direkt los (dass wir beide uns über dieses Interview freuen, muss nicht erwähnt werden – ist ja klar). Wann kam dir denn die Idee zu „Ein Königreich aus Feuer und Eis“?

Nachts, als ich gerade schlafen gehen wollte. Ich hatte damals eigentlich an einer anderen Idee gearbeitet, mit der ich aber nicht ganz zufrieden war. Genervt wollte ich dann ins Bett gehen und zwei Stunden später hatte ich fast 10 Seiten geschrieben.

 

10 Seiten – mehr, als ich die letzten Tage geschafft habe. Hättest du zu dem Zeitpunkt im Traum daran gedacht, dass diese Idee verlegt werden könnte und sogar im Februar als Print Ausgabe erschienen ist?

Nein, auf keinen Fall. Ich habe zwar das Projekt im Zuge einer Impress-Challenge begonnen, aber es hatten glaube ich fast 100 Leute mitgemacht. Als dann die Nachricht von meiner “jetzt-Betreuerin” kam, musste ich meiner Mutter das Handy geben, damit sie auch einmal liest. Genauso mit der Mail, dass es auch noch gedruckt wird. Ich kann das manchmal immer noch nicht glauben und fange plötzlich an, ungläubig zu grinsen.

 

Wolltest du schon immer schreiben?

Ja, definitiv. Mein erster eh … “Text” entstand vor meinem siebten Geburtstag. Und danach konnte sich mein Umfeld kaum mehr vor meinen Ideen und Texten retten.

 

Lenis Wörterinvasion sozusagen. Du hast aber noch weitere Leidenschaften: Linguistik, Anglistik, reichlich Sprachkurse. Also wirklich eine wahre Liebhaberin der Worte und Sprachen, was?

Ja, das kann man wohl so sagen. Ich glaube, das ist mir ein bisschen „anerzogen“ worden. Mir wurde immer viel vorgelesen und als ich später selbst lesen konnte, wurde das weiter mit Buchgeschenken, Gutscheinen und Reisetaschen nur mit Büchern gefüllt unterstützt.

 

Solche Geschenke sind uns Bücherwürmern doch die liebsten! Lass uns nochmal näher über dein Debüt sprechen: Wenn du die beiden Protagonisten Andira und Gardorath jeweils mit einem Wort beschreiben müsstest, welches wäre das?

Puh, das ist eine gemeine Frage! (Ich grinse diabolisch)

Andira: überlegt

Gardorath: stolz

 

Kann ich so unterschreiben. Andira ist eine toughe, selbstständige junge Frau, so wie ich es persönlich am liebsten in Büchern habe. Fällt es dir schwer so starke Charaktere zu erschaffen?

Erstmal: Danke für das Kompliment! Es freut mich total, dass sie auch so rüberkommt, wie ich das gerne wollte. Es fällt mir tatsächlich nicht allzu schwer, weil ich mir immer die Frage stelle: Wie würde eine „ganz normale“ Person mit ihrer jeweiligen Vorgeschichte in so einer Situation reagieren? Der Schlüssel ist aber glaube ich auch, seinen Figuren Schwächen zuzugestehen und ihnen zu erlauben, auch mal einen schwachen Moment zu haben.

 

Und welches ist dein Lieblingszitat aus deinem Buch?

„Sie war immer schon eher pessimistisch gewesen und zog oft eine Art grimmige Befriedigung daraus, wenn ihre schwarzmalerischen Vorhersagen eintraten.“

Andira in einem Satz – oder so ähnlich.

 

Tatsächlich auch eine meiner Lieblingsstellen, da war mir Andira direkt sympathisch. Was meinst du, für wen ist „Ein Königreich aus Feuer und Eis“ das perfekte Leseerlebnis?

Ich wollte mit „Ein Königreich aus Feuer und Eis“ eine Geschichte über Abenteuer, das Überwinden von Vorurteilen, Zusammenhalt, Freundschaft und ja, auch Liebe, schreiben und das alles in einem sehr magischen Setting. Wer so etwas mag, wird, hoffe ich, ein schönes Leseerlebnis haben.

 

In deinem Buch geht es darum wie gegensätzlich Feuer und Eis sind, aber auch darum einander zu akzeptieren und Vorurteile zu begraben. Durchaus eine wichtige Botschaft, die du da sendest und, die man auf viele heutige Situationen beziehen kann.

Ja, das stimmt. Wenn ich sagen würde: „Das war auch so gedacht“, ist das vielleicht ein bisschen zu hart ausgedrückt. Aber ich glaube, gerade die Fantasy bietet die Gelegenheit, wichtige Botschaften und Themen in spannende und unterhaltsame Geschichten zu verpacken – und da viele Fantasy-Autoren tief in ihrem Herzen kleine idealistische Träumer sind, gibt es (fast) immer Hoffnung, dass „das Gute“ siegt.

 

Wer mich gut kennt, weiß, ich würde an dieser Stelle jetzt gerne Samwise Gamgee zitieren. Aber machen wir weiter: Was liest du selber gerne?

Dark-Fantasy und High-Fantasy, je düsterer und epischer desto besser. In einer meiner aktuellen Lieblingsbuchreihen gibt es Charaktere mit Namen wie „Bonegnasher“ oder „Soulcatcher“, also so viel dazu …

 

Bonegnasher … kommen wir gleich bitte drauf zurück. Ah – jetzt bin ich gespannt: Was war der lustigste Tippfehler bei der Arbeit an „Ein Königreich aus Feuer und Eis“?

Schande über mein Haupt, aber ich schreibe mir sowas echt nie auf. (Ich zücke bereits die Glocke und hole zum “Schande” aus, doch …) Aber einer fällt mir noch ein: „[…] die scharfen Kanten der Blätter schnitten ihr die Finger ab.“ Eigentlich wollte ich nur sagen, dass sie sich in die Finger schneidet, aber gut, so kann es eben schnell mal blutig werden.

 

Sicher, dass das ein Schreibfehler war? … Ehm ich meine: Dabei können wir mit blutigen Szenen doch so gar nichts anfangen! Themawechsel! Mit welchem deiner Protagonisten oder auch Autoren würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen (abgesehen von mir)?

Ich würde natürlich nie mit anderen Autoren abgesehen von dir Kaffee trinken gehen! Aber wenn ich müsste … Frank Schätzing oder Richard Schwartz. Da hätte aber nur ich Spaß dran und sie würden nach fünf Minuten Verhör schreiend den Raum verlassen, fürchte ich.

 

Kannst du uns verraten, woran du gerade schreibst?

An zwei Projekten tatsächlich. Eine Dark-Fantasy Geschichte, an der ich sehr hänge und die dieses Jahr definitiv zu Ende geschrieben wird und eine Young-Adult-Fantasy, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist.

 

Wie du uns Anfang der Woche auf deinem Instagram-Account (@leni_wambach) verraten hast, dürfen wir also mehr Veröffentlichungen von dir erwarten. Was würdest du Autoren mit auf den Weg geben, die noch nicht veröffentlicht haben?

Traut euch. Ich habe auch nicht geglaubt, dass ausgerechnet mein Manuskript überzeugen könnte. Aber hier die Gegenfrage: Warum nicht ich? Warum nicht du? Warum die anderen? Ja, vielleicht wird man abgelehnt. Aber vielleicht auch nicht – oder vielleicht kann man beim nächsten Versuch überzeugen. Also, keine Angst, packt die Nörgel-Stimme im Kopf ganz weit weg und traut euch!

 

Weise Worte! Aufgeben ist immerhin keine Option. Danke für deine Zeit, liebe Leni. Und jetzt trinken wir zwei noch einen Kaffee und sprechen näher über diesen besagten Bonegnasher …

 

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