Motivation & Inspiration,  Schreibtipps

#2 Ich kam, ich sah, ich schrieb

Du brauchst sie, du willst sie … aber sie zu bekommen? Das stellt sich oft als Hürde heraus. Nein ich spreche nicht von der Einladung nach Hogwarts – auf die ich by the way immer noch warte … Minerva habt ihr meine richtige Adresse?

Wie dem auch sei, heute ist die Rede von: Motivation und Inspiration!

 

Na, wo sind die zwei denn wieder?

 

Beginnen wir mit Motivation, die meiner Meinung nach beeinflussbarere Variable von den beiden. Und ich spreche hier von einer zweiseitigen Wirkung. Einerseits kann dein Umfeld deine Motivation beeinflussen, aber auch du selbst kannst das! Streit mit einer geliebten Person, Stress in der Uni oder auf der Arbeit, Rückschläge, Sorgen, negative Gedanken. All das hat die Macht dir die Motivation zu nehmen, in diesem Fall sogar die Lust zum Schreiben. Manchmal gibt es nicht einmal einen Grund und du bekommst keinen ordentlichen Satz zustande, nicht das kleinste Wort. Womöglich vermeidest du sogar den Blick zum Laptop, weil du allein bei dem Gedanken ans Schreiben Bauchschmerzen bekommst. Du kannst irgendwie nicht, willst auch eigentlich nicht?

Das ist vollkommen normal und vollkommen in Ordnung! Zwing dich nicht dazu, denn somit löst du nur Stress aus, was dich noch mehr blockiert und alles was du schreiben würdest, hätte einen bitteren Beigeschmack. Hier also ein paar Tipps bezüglich deiner Motivation:

  1. Entspann dich erstmal, lass es ruhen und sortiere deine Gedanken. Und sollte das Tage oder Wochen dauern, dann ist es so!
  2. Wenn du es geschafft hast zur Ruhe zu kommen, mach dir eine Liste von Dingen (auf Papier, digital oder in Gedanken), die du wirklich willst. Ähnlich einer Bucketlist, die du entweder immer monatlich oder sogar für das ganze Jahr festlegen kannst.
  3. Stell dir die Frage, ob du schreiben willst. Ist es das woran du denkst, wenn du nach Hause gehst, wenn du gerade eigentlich gar keine Zeit dafür hast? Wenn du an deine Zukunft denkst? Willst du dein Buch irgendwann in einer Buchhandlung sehen, im Angebot von Online-Anbietern? Willst du in deine Welt eintauchen, dich mit deinen Charakteren auseinandersetzen, mit ihnen dieses Abenteuer, was du für sie angedacht hast, gemeinsam durchstehen? Vermisst du das Schreiben, wenn du nicht dazu kommst? Willst du schreiben?

Wenn du all diese Fragen bejahen kannst, dann fokussier dich auf diesen Gedanken und deinen Willen – ruf dir immer deine Liste in Erinnerung! Lass die Ausreden und die Anspannung hinter dir und taste dich wieder an dein Projekt heran. Ohne Druck, aber drück dich auch nicht davor! Du hast deine Produktivität in der Hand. Du musst akzeptieren, dass sie mal ein unerschöpfbares Gut oder eben eine Seltenheit ist. Lerne damit umzugehen, allem voran mit dir – als Mensch und als Schreiber.

Wie einer meiner Dozenten damals sagte: “Die guten Ideen werden nicht gefunden. Gute Ideen finden Sie!”

Weise Worte! Und gleichgültig, was dir in den Kopf kommt, schreib es auf, so absurd und schlecht dir diese Idee zunächst erscheinen mag. Später könnte sie sich als brillant herausstellen. Ich wiederhole: schreib alle Ideen auf! Alle! Jede kleinste Mini-Idee! Jede einzelne kann eine Inspiration sein.

Lass dich auch darauf ein, wenn dir Gedankenblitze zu anderen Projekten oder komplett neuen Stories kommen. Mach dir Notizen oder schreib Szenen, die dir ständig durch den Kopf schwirren und einfach niedergeschrieben werden müssen.

Ich kann meinem Dozenten nur zustimmen, aber die richtige Inspiration lässt die Ideen manchmal schneller kommen, als sie das vorhatten. Aber wie?

  1. Lesen. Klingt komisch, ist aber so. Da du wahrscheinlich sowieso eine Leseratte bist, wird dir dieser Punkt nicht einmal sonderlich schwer fallen. Filme anzusehen kann ein weiterer Trigger für deine Inspiration sein. Auch deine eigene Geschichte durchzulesen, selbst wenn es nur ein paar Szenen sind, kann unglaublich helfen wieder auf den Geschmack zu kommen.
  2. Musik. Ohne Musik geht bei mir gar nichts. Ich komme aus einem musikbegeisterten Haus, sämtliche Genres waren Bestandteil meiner Erzeihung. Abhängig vom Projekt höre ich hauptsächlich Soundtracks, bei Contemporary-Stories auch mal Aktuelleres. Jede Story/ Reihe hat bei mir ihre eigene Playlist, die ich aus mir bekannten Interpreten oder durch zusätzliche Recherche zusammenstelle.
  3. Rituale. Ich habe das Ritual,  mich abends/nachts raus auf den Balkon zu setzen. Mit Musik auf den Ohren und einem gelegentlichen Gläschen Wein in der Hand. Dabei kommen neue Ideen für Szenen ganz von allein, meist läuft alles wie in einem Trailer vor meinem inneren Auge ab und neue Ideen schleichen sich dabei ein.
  4. Internet. Segen und Fluch des 21. Jahrhunderts. Meine Recherchen fallen immer sehr gründlich aus und so verschlägt es mich sehr oft auf die Seite pinterest – stundenlang um ehrlich zu sein – oder ich stoße auf interessante Sagen, Dokumentationen und so weiter.
  5. Alltag. Banal, aber hilfreich. Seit das Schreiben ernsthafter Bestandteil meines Lebens wurde, saugte ich alles um mich herum auf wie ein Schwamm das Wasser. Da ich eine FBI-Agenten Ausbildung habe, fällt es mir natürlich leicht Leute zu beobachten, ohne verdächtig zu wirken. Ich speicher jede Mimik, Gespräche und Taten ab. Auch Themen in der Uni sind für mich Inspiration. Durch eine Hausarbeit bin ich auf meine Idee für eine Trilogie gekommen. Das Leben und die Gesellschaft sind manchmal alle Inspiration, die du brauchst.

 

Du bist hier, du hast eine Idee vor Augen und du wirst sie in Wörter wandeln können! 💪🏼

Ganz nach dem Motto: Ich kam, ich sah, ich schrieb.