Autorenleben,  Schreibtipps

#8 Kritik ist dein Freund

Mit Kritik umzugehen, ist nicht immer einfach. Besonders dann nicht, wenn es um die eigene Geschichte geht, in die man sein ganzes Herzblut gesteckt hat. Diese in fremde Hände zu geben, fällt schon unglaublich schwer und dann kommt auch noch kein Feedback wie “Genialste Story, die ich je gelesen habe!” … moment Mal … was?

 

Hand aufs Herz: es wäre schön langweilig, wenn nur Positives zurückkommt, denn Kritik ist das, was dich als Autor weiterbringen wird. Es ist deine Möglichkeit dich zu verbessern und Schwächen zu bemerken, die dir zuvor nicht aufgefallen sind. Und glaube mir: Schwächen gibt es definitiv. Gerade, wenn es um die erste Fassung geht. Falls du gute Betas hast, wird die Kritik kommen, so viel ist sicher. Wenn du dir das bereits zu Beginn klar machst, wird es dir leichter fallen die Kritik zu akzeptieren und dich nicht davon runterziehen lassen. Letzteres sollte nämlich auf gar keinen Fall passieren, denn das bringt dich nicht an dein Ziel eines besseren Manuskripts.

  1. Sei also offen gegenüber Feedback und gib deinen Betas das Gefühl, dass du die Wahrheit verträgst. Denn ehrliche Kritik ist auch konstruktiv und das, was du brauchst. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen ehrlich und bösartig. Bei Kritik macht der Ton die Musik.
  2. Ego runterschlucken. Wie gesagt, es ist schwer, aber jegliche Kritik auszuschlagen und fest davon überzeugt zu sein, die eigene Story sei unantastbar, ist sozusagen der Moment, wo du dich vom Autoren-Dasein entfernst, statt weiterzukommen. Du musst dich nicht für die Dinge rechtfertigen, die du geschrieben hast. Wenn du der Meinung bist, dass dein Beta einfach nur nicht versteht, was du meintest oder welche Gründe du für eine bestimmte Handlung hattest, solltest du die anderen Betas fragen, wie es ihnen erging. Klar ist, dass du deine Story nicht erklären sollen müsstest …
  3. Versuch aus allen Anmerkungen etwas rauszuziehen. Du bist nicht dazu verpflichtet Feedback anzunehmen, immerhin ist es eine Meinung und die muss nicht richtig oder falsch sein. Womöglich willst du Kritikpunkte nur teilweise oder eben gar nicht einarbeiten. Ich setzte Anmerkungen, die ich nicht ganz teile, immer erstmal als Kommentar in den Text und denke nochmal darüber nach.
  4. Bevor du Kritik löscht, die du nicht verstehst, rede mit deinen Betas darüber. Hinterfrage ihren Punkt und versuch herauszufinden, was sie damit meinten, bevor du ihn in den Wind schlägst, obwohl es gutes und berechtigtes Feedback sein könnte.
  5. Mit Kritik umgehen zu können, erfordert Sicherheit und ein gewisses Maß an Selbstwertgefühl. Glaube also an deine Geschichte und liebe sie auch mit Ecken und Kanten, die du mit Hilfe des Feedbacks alle ausmerzen kannst. Vergiss nicht, dass dein Manuskript noch nicht perfekt ist und denk daran, dass das vollkommen in Ordnung ist.

 

Also immer daran denken: Kritik ist dein Freund. Lass dich nicht von ihr runterziehen, sondern sieh sie als Quelle für deine Weiterentwicklung.