Charaktere,  Schreibtipps

#7 Tipps für einen mehr als bösen Antagonisten

Wieso ist dein Antagonist eigentlich so böse? – Weil … darum!

 

 

Leider reicht das nicht, um wirklich facettenreiche Charaktere zu erschaffen. Der Antagonist – also der Gegenspieler, der Bösewicht – wird oft vernachlässigt. Dabei ist er so wichtig wie der Protagonist, Deutagonist und mindestens so wichtig wie alle Nebencharaktere, denn er ist derjenige, der deinem Protagonist den Weg zum Ziel versperrt. Und diese Hürde sollte doch wohl überlegt sein.

Flachen Charakteren begegnet man immer wieder in Büchern, mal ist es der Protagonist selbst, öfter die Nebencharaktere, die lediglich als Lückenfüller dienen und zu guter Letzt das gute alte Klischee eines bösen bösen Antagonisten. Dabei geht es um mehr, als böse zu sein. Ein langweiliger Gegenspieler kann deine Geschichte zerstören, ein Authentischer bereichert sie. Gute Charaktere sind nicht einfach nur schwarz und weiß, denn Menschen sind viel komplexer als das. Worauf kommt es also an?

  1. Glaubwürdigkeit. Deine Leser sollten sich fürchten, sie sollten Hass und gleichzeitig Faszination empfinden, womöglich sogar Mitgefühl. Welcher Antagonist fällt dir an dieser Stelle ein? Welchen findest du grausam, aber auch genial? Was macht ihn für dich so besonders? Welche Stärken und welche Schwächen hat er? Welche Sorgen? All diese Fragen solltest du dir auch bei deinem eigenen Charakter stellen.
  2. Backgroundstory. Die Frage nach dem “Wieso?” solltest du nicht mit “Darum” beantworten. Also, hat dein Antagonist eine erwähnenswerte Vergangenheit? Sei dir darüber im Klaren, was ihm passierte und was er durchgemacht hat. Zeige den Lesern die Gründe, wieso er deinen Protagonisten aufhalten möchte.
  3. Ziele. Auch dein Antagonist sollte Ziele haben. Geht es wirklich nur darum den Protagonisten aufzuhalten oder ist es mehr als nur ein Konflikt zwischen den beiden Charakteren. Steht der Protagonist ihm bloß im Weg zu seinem eigentlichen Ziel? Gib ihm Grund für seine Existenz!
  4. Tu was! Kennt ihr diese Geschichten, in denen der Gegenspieler mindestens ein dutzend Gelegenheiten hat, um den Protagonisten zu besiegen, aber dann in eine Art Schockstarre fällt, plötzlich viel schwächer ist oder einfach noch ein bisschen weiter Katz und Maus spielen möchte? Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch langweilig. Wozu ein Gegenspieler, wenn er nur am Bluffen ist? Lass deine Leser um den Protagonisten bangen, lass es knapp werden, ganz ganz knapp.
  5. Nicht zu viel. Manchmal neigen Antagonisten dazu als eine einzige Übetreibung dargestellt zu werden. Sei es ihr Outfit, ihr böses Gekicher, ihr Name, der endlose Hang zum Drama. Hinzu kommen Floskeln, flache Dialoge und dieses Nichts-tun. Und dann all das in einem Charakter …

 

 

Hauche deinem Antagonisten Leben ein! Gib dir ebenso viel Mühe wie bei allen anderen Charakteren. Besonders gut bekommt das immer wieder Marvel hin, aber auch in “Sieben” und “Harry Potter” laufen einem gut durchdachte Bösewichte über den Weg. Mein absoluter Liebling ist Loki und wenn ich Tom Hiddleston an dieser Stelle zitieren darf: Every villain is a hero in their own mind.