Schreibtipps,  Veröffentlichung

#5 Der Endboss: Exposé

Beim letzten Mal ging es um das Überarbeiten. Und ich habe dir ja versprochen, dass es danach nochmal ans Eingemachte geht. Denn jetzt ist der Augenblick gekommen, in dem du nach Abschluss deines Projekts den Schritt gehen willst, dieses an Agenturen oder Verlage zu schicken. Bei der Manuskripteinsendung wird eine Leseprobe und das Exposé angefordert.

Exposé. Dieses Wort ist Musik in meinen Ohren, zergeht richtig auf der Zunge, erwärmt mein schwarzes Herz. Das beste kommt zum Schluss, wie man so schön sagt …

 

Okay let’s face it, bisher sind mir nur sehr wenige Menschen begegnet, die Feuer und Flamme sind, wenn es um das Exposé geht. Aber was muss, das muss! Also los geht es!

 

Exposé

  1. Deckblatt. Auf das Decklbatt schreibe ich ganz einfach: Exposé zu “Projekttitel”, Name, Adresse, Email-Adresse und Handynummer
  2. Allgemeines. Zwecks Übersicht packe ich die wichtigsten Informationen in eine Tabelle: Persönliche Daten, Buchtitel (Angabe ob Einzelband, Reihe etc.), Umfang (Normseiten und Wörteranzahl), Erzählperspektive, Genre, Antmosphäre, Zielgruppe
  3. Abstract/Prämisse. Es folgt eine knappe Beschreibung deiner Handlung, erwähne also deinen Protagonisten, dessen Problem und Mission, wobei du keine Deutung vornehmen, aber definitv Spannung erschaffen solltest. Beschränke dich hier auf wenige Sätze.
  4. Zusammenfassung. Die eigene Geschichte in wenige Sätze zu packen ist schwer, danach sollten die zwei Seiten der Zusammenfassung eine Leichtigkeit sein … Allerdings ist das nicht ganz richtig. Denn in der Zusammenfassung geht man ins Detail und das erschwert die Entscheidung, was wirklich wichtig ist und was nicht. Eines meiner Manuskripte hatte weit über 800 Seiten und ich stand vor einem echten Problem, da ich darin einen großen Main Plot und sehr viele Subplots habe. Ich bin also chronologisch vorgegangen, habe mir Kapitel für Kapitel in Erinnerungen gerufen (Nicht lesen, höchstens überfliegen! Sonst kommst du in die Versuchung unwichtige Details mit aufzugreifen) und die Sachen aufgeschrieben, die mir sofort in den Kopf geschossen sind. Denn das, was wirklich wichtig ist, vergisst du nicht. Und wichtig sind die Entwicklungen und Szenen, die vorantreiben und einen unverkennbaren Einfluss auf die Handlung sowie deine Charaktere haben. Füllszenen, die lediglich als “Entertainer” da sind, kannst du getrost auslassen. Und denk daran, die Agentur/der Verlag muss wissen, wie deine Geschichte ausgeht. Also keine Cliffhanger oder Geheimniskrämerei.
  5. Kurzbiografien der Charaktere. Dieser Punkt ist optional und solltest du nur miteinbinden, wenn es verlangt wird. Berücksichtige hier wirklich nur Protagonist, Antagonist, Deuteragonist und wichtige Nebencharaktere. Die Tante dritten Grades des Onkels des Bruders der Mutter deines Protagonisten muss hier also nicht genannt werden. Bei der Kurzbiografie reichen die groben Eckdaten und die Entwicklung deines Charakters.
  6. Autorenvita. Hier schreibst du von dir in der dritten Person (Smeagol-Style 😅) und nennst dein Genre. Lass dich hier von anderen Autorenvitas inspirieren, schau auch gerne bei meiner vorbei.
  7. Bisherige Veröffentlichungen und Agenturen/Verlage, bei denen dein Manuskript schon bereits vorlag/vorliegt.

Hol dir vor der Erstellung auf jeden Fall alle Informationen darüber ein, was die jeweilige Agentur oder der jeweilige Verlag verlangt. Die meisten geben auf ihren Websites genau an, was sie in einem Exposé sehen wollen. Nicht mehr und nicht weniger solltest du hier berücksichtigen.

 

Leseprobe

Zunächst gilt auch hier auf den Websites zu schauen, was verlangt wird.

20 Seiten? 50 Seiten? Die meisten gehen nicht über 50 Seiten hinaus, weil dies als erster Leseeindruck reicht und innerhalb dieser Seitenanzahl klar sein sollte, wohin der Weg geht. Die Leseprobe beginnt bestenfalls mit dem Anfang.

Ich packe Exposé und Leseprobe in eine Datei, daher trenne ich beides mit einem Umbruch, damit Seitenzahlen, unterschiedliche Formatierungen etc. klar getrennt sind. Denn jetzt kommen wir zur Normseite und die ist die Diva unter den Seiten, denn sie möchte 30 Zeilen á 60 Anschläge, heißt 1.800 Zeichen pro Seite.

 

Dazu eins: selbst bei richtiger Formatierung werden die wenigsten Seiten 1.800 Zeichen, sondern im Durchschnitt zwischen 1.400 und 1.600 haben. Wieso? Ganz einfach: Nicht jede Zeile wird voll. Du hast Dialoge, Absätze, mal längere Wörter auf deiner Seite. Letztere wäre nur rein theroretisch in der Lage 1.800 Zeichen zu umfassen.

Wenn du die Zeilennummerierung eingefügt hast und 30 Zeilen vor dir siehst, hast du alles richtig gemacht. Und nicht die Seitennummern vergessen. Mit der Schriftart Courier New, der Schriftgröße 12 pt und Flattersatz kommst du mit folgenden Maßen auf die korrekte Formatierung:

 

 

So, geschafft! Lies nochmal alles aufmerksam durch und lass auch noch andere draufgucken. Vier Augen sehen mehr …

Dann steht dir nichts mehr im Weg.

Ganz viel Erfolg beim Versand und niemals aufgeben! … Just keep writing, just keep writing.